REMEDi4ALL berichtet über JNJ-37822681 – ein möglicher Therapieansatz für seltene Epilepsien wie KCNQ2-DEE

Dezember 2025

Am 1. Dezember 2025 veröffentlichte REMEDi4ALL auf seiner Webseite einen Beitrag mit dem Titel:

„REMEDi4ALL helping to refocus an existing experimental drug to treat rare childhood epilepsies“

In diesem Artikel berichtet REMEDi4ALL über die Arbeit des internationalen Forschungsteams TREATKCNQ, das einen bereits bestehenden experimentellen Wirkstoff – JNJ-37822681 – als potenzielle Therapie für KCNQ2-DEE untersucht. REMEDi4ALL selbst führt dabei keine Laborforschung durch, sondern unterstützt als europäische Plattform das sogenannte Drug Repurposing – also das Wiederentdecken von Wirkstoffen für neue Krankheitsbilder.

Wer ist beteiligt?

Der Beitrag hebt die enge Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Familien und Patientenorganisationen hervor, darunter:

  • KCNQ2 Cure Alliance
  • KCNQ2 e.V.

TREATKCNQ ist ein multidisziplinäres Konsortium im Rahmen des European Joint Programme on Rare Diseases (EJPRD) und arbeitet gezielt daran, neue Therapieoptionen für KCNQ2-DEE zu entwickeln.

Was wurde entdeckt?

REMEDi4ALL verweist auf eine Veröffentlichung im British Journal of Pharmacology, in der das TREATKCNQ-Team zeigt:

  • JNJ-37822681 kann einen zentralen Funktionsdefekt von KCNQ2-mutierten Nervenzellen teilweise rückgängig machen.
  • Der Wirkstoff reduziert epileptische Aktivität in patientenabgeleiteten Zellen und in Tiermodellen mit KCNQ2-Mutationen.
  • JNJ-37822681 war bereits früher in klinischen Studien – allerdings für andere Ziele – in Entwicklung. Daher existieren schon Daten zu:
  • Dosierung
  • Sicherheit
  • Herstellung

Diese sogenannten Legacy-Daten könnten den Weg in Studien für KCNQ2-Kinder deutlich beschleunigen – wenn sie zugänglich gemacht werden.

Was ist das größte Hindernis?

Das Unternehmen, das den Wirkstoff ursprünglich entwickelt hat, verfolgt ihn kommerziell nicht weiter.

Die vorhandenen Studiendaten liegen dort und sind nicht öffentlich zugänglich.

REMEDi4ALL betont:

  • Ohne Zugriff auf diese Daten müssten teure und langwierige Sicherheitsstudien erneut durchgeführt werden.
  • Werden die Daten hingegen freigegeben, könnte der Einstieg in klinische Studien viel schneller erfolgen.

Die Perspektive der Familien – mit Nora im Fokus

Der Artikel erzählt auch die Geschichte unserer kleinen Nora, Tochter von Aila und Oliver Coulmann, und beschreibt offen die Herausforderungen:

  • frühe epileptische Anfälle
  • schwere Hypotonie
  • starke Entwicklungsverzögerungen
  • der tägliche Betreuungsaufwand

Aila und Oliver werden zitiert:

„Dieser Wirkstoff bringt uns einen großen Schritt näher zu einem dringend benötigten Medikament für Kinder wie unseres.“

Damit wird klar: Hier geht es nicht nur um Forschung – sondern um reale Hoffnung für Familien.

Welche Rolle spielt REMEDi4ALL?

REMEDi4ALL unterstützt Projekte wie TREATKCNQ durch:

  • Beratung bei Drug Repurposing
  • regulatorische Unterstützung
  • Analyse bestehender Studiendaten
  • methodische Expertise für klinische Planung

Es handelt sich also um eine Unterstützungsplattform, die viel Wissen bündelt und so Fortschritte beschleunigt – gerade für seltene Erkrankungen.

Verweise aus dem REMEDi4ALL-Artikel

REMEDi4ALL verlinkt in seinem Beitrag:

Unsere bisherigen Beiträge zu diesem Thema

Wir als KCNQ2 e.V. haben bereits im September 2025 über den Fraunhofer-Fund berichtet:

  • am 06.09.2025 und 08.09.2025 auf Facebook über den J&J-Compound und die Fraunhofer-Mitteilung
  • URL-Beispiel: facebook.com/share/p/1GMrHjB8bf/?mibextid=wwXIfr
  • auf unserer Vereinsseite im Artikel:
    „Neue Hoffnung durch Fraunhofer-Forschung – Ein möglicher Therapieansatz für KCNQ2“
    URL: https://kcnq2.de/neue-hoffnung-durch-fraunhofer-forschung-ein-moeglicher-therapieansatz-fuer-kcnq2/

Der Beitrag von REMEDi4ALL bestätigt nun auf europäischer Ebene, dass diese Forschungsrichtung ernsthaft verfolgt wird und internationale Sichtbarkeit erhält.

Fazit

  • REMEDi4ALL führt keine eigene Laborforschung durch,
  • sondern unterstützt Projekte wie TREATKCNQ dabei, bestehende Wirkstoffe schneller in Richtung Therapie zu bringen.
  • JNJ-37822681 ist ein konkreter Kandidat, der bereits experimentell positive Effekte auf KCNQ2-Zellen zeigt.
  • Der entscheidende nächste Schritt ist der Zugang zu bestehenden Studiendaten.
  • Familien, Forschende und Patientenorganisationen spielen eine wichtige Rolle, damit diese Bemühungen weitergehen.

💜 Wir bleiben dran – für Nora und für alle Kinder mit KCNQ2-DEE.

Euer Team vom KCNQ2 e.V.

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Es wird keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität übernommen.